Dossier: Die Situation der LGBTI-Community im Südkaukasus

Dossier: Die Situation der LGBTI-Community im Südkaukasus

Kriege, Staatsversagen, soziale und ökonomische Probleme - mehr als ein Jahrzehnt lang nach dem Ende der Sowjetunion waren die drei Südkaukasus-Staaten Armenien, Georgien und Aserbaidschan mit existenziellen Herausforderungen befasst. Nach der Konsolidierung der staatlichen Strukturen, dem - zumindest übergangsweise - Einfrieren der territorialen Konflikte und einer Annäherung an Westeuropa rückten auch die Rechte sexueller Minderheiten in den Fokus. So wurde zu Beginn der 2000er-Jahre im Zuge der Aufnahme in den Europarat in allen drei Ländern ein Anfang mit der Entkriminalisierung der Homosexualität gemacht. Doch noch immer sind alle drei Ex-Sowjetrepubliken weit davon entfernt, der Diskriminierung ein Ende zu bereiten. Lediglich in Georgien gibt es zwei Gesetzesparagrafen, die gegen Diskriminierung gerichtet sind. An eine Anerkennung von LGBTI-Partnerschaften oder gar Gleichstellung mit heterosexuellen Paaren ist in den Ländern der Region derzeit nicht zu denken.

Hintergrund

LGBT-Rechte im Südkaukasus

Wer sich in Georgien, Armenien und Aserbaidschan für die Rechte sexueller Minderheiten einsetzen will, wird mit erzkonservativen Vorstellungen und tiefsitzenden Ressentiments gegenüber allem, was die traditionellen Gesellschafts- und Familienstrukturen in Frage stellen oder aufbrechen könnte konfrontiert. Das schwach ausgeprägte Verständnis für demokratische Werte und Minderheitenrechte ist nicht allein ein Erbe der Sowjetunion.

By Silvia Stöber

Georgien

Georgien: Zwischen Moderne und Mittelalter

In der Geschichte des Kampfes um LGBTI-Rechte im Südkaukasus ist der 17. Mai 2012 ein Meilenstein. Erstmals ging an diesem international begangenen Tag gegen Homophobie eine Gruppe Aktivisten im Zentrum der georgischen Hauptstadt Tiflis auf die Straße, um für die Rechte sexueller Minderheiten zu demonstrieren.

By Silvia Stöber

"Die Proteste verändern die öffentliche Debatte dramatisch"

Wie Nino Lejava, Büroleiterin unseres Regionalbüros Südkaukasus die Hetzjagd auf eine friedliche protestierende LGBTI-Gruppe im Mai erlebte und was sich seitdem in der georgischen Hauptstadt verändert hat, erzählt sie in diesem Interview.

By Nino Lejava, Jelena Nikolic

Armenien

Armenien: Geschlossene Gesellschaft

Das Thema sexuelle Orientierung ist in der armenischen Gesellschaft ein Tabu. Wer von den traditionellen Vorstellungen abweicht, muss mit gesellschaftlicher Ächtung und mit Gewalt rechnen. Die homosexuelle Sängerin Armine Oganezova, auch unter dem Namen Tsomak bekannt, musste in diesem Sommer aus Armenien fliehen, weil sie sich ihres Lebens nicht mehr sicher sein konnte.

By Silvia Stöber

Aserbaidschan

Schein und Sein in Baku: LGBT-Rechte in Aserbaidschan

Als Ende Mai 2012 der Eurovision Song Contest in Baku stattfand, präsentierte sich Aserbaidschans Hauptstadt als offen und liberal. Doch es gibt noch eine zweite Realität: Die aserbaidschanische Gesellschaft ist zutiefst konservativ. In vielen Familien ist es noch immer eine Schande, wenn sich Töchter oder Söhne als homosexuell outen. Sie müssen mit Gewalt ihrer eigenen Familie rechnen.

By Silvia Stöber

In English

Dossier: Situation of LGBT people in South Caucasus

2012 was a special year in terms of publicity of LGBT community and LGBT movement in all three South Caucasian countries. Several important steps have been made towards raising acute issues about sexual identity, differences/diversity and social constructs in Azerbaijan, Armenia and Georgia.

ქართულად

ლგბტ ვებ-დოსიე

2012 წელი განსაკუთრებული წელი იყო ლგბტ თემისთვის და ლგბტ მოძრაობის განსაჯაროებისთვის სამხრეთ კავკასიის სამივე ქვეყანაში.

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